Warum Recycling immer wichtiger wird

Die zunehmende Entnahme und Nutzung von Rohstoffen führt über die gesamte Wertschöpfungskette zu Umweltbelastungen. Wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt, ist bis 2030 mit einer weltweiten Entnahme und Nutzung von mineralischen und metallischen Rohstoffen von circa 50 Mrd. Tonnen zu rechnen. Die schwerwiegendsten Belastungen fallen dabei in die ersten drei Stufen der Wertschöpfungskette*.

Bei der Rohstoffgewinnung findet ein Flächen- und Naturverbrauch statt. Gleichzeitig kommt es zum Austrag der geförderten Rohstoffe selbst (z. B. Bleistäube), von (z. B. radioaktiven) Begleitstoffen beziehungsweise von zum Abbau eingesetzten Hilfsstoffen (z. B. Quecksilber bei der Gewinnung von Gold). Die Grundstoff- und Güterproduktion erfordert häufig einen hohen Energie- und Wassereinsatz und führt zu Emissionen von Schadstoffen, die Mensch und Natur belasten. Schließlich werden aus den Stoffströmen Abfallmengen, die einerseits unvollständig recycelt werden, andererseits die Umwelt bei unsachgemäßer Beseitigung schädigen können.
Alle verarbeiteten Rohstoffe werden nach ihrer Nutzung zu potenziellen Sekundärrohstoffen. Diese werden teilweise durch den Export von Gebrauchtwaren und Abfällen dem heimischen Wirtschaftssystem entzogen. Allein 2008 wurden zwischen 93.000 und 216.000 Tonnen Elektro(nik)-, Alt- und Gebrauchtgeräte aus Deutschland in Richtung der Entwicklungsländer Südost-Asiens und Afrikas exportiert. In den Empfängerstaaten treffen die Altgeräte auf abfallwirtschaftliche Strukturen, die weit unter dem EU­-Standard liegen und die Gesundheit von Mensch und Umwelt gefährden.
Die Wiederaufbereitung des Elektroschrotts in den Entwicklungs- und Schwellenländern geschieht zumeist mit einfachsten Mitteln in Klein-­ und Familienunternehmen, in denen auch Kinder mitarbeiten. Verbreitete Methoden sind das Verbrennen von Elektroschrott unter freiem Himmel zur Gewinnung von Kupfer sowie das Schmelzen von Lötmetallen über Kohlegrills und das Herauslösen von Metallen mittels Säurebädern. Dabei werden zahlreiche gefährliche Schadstoffe freigesetzt, die die Gesundheit der mit dem Recycling befassten Personen, ihrer Familien und der Menschen in der Umgebung der Werkstätten stark belasten. Restmaterialien werden oft auf wilden Deponien entsorgt, was gravierende Kontaminationen des Bodens und Grundwassers durch Schwermetalle und organische Schadstoffe (Dioxine) zur Folge hat. **

Refurbishment - Aus 3 mach 2

rebeam hat es sich zur Aufgabe gemacht möglichst vielen Altgeräten ein zweites Leben zu schenken. Die angelieferten Geräte werden bei uns getestet, gereinigt, wenn nötig repariert, und dann weiterverkauft. Dieser Prozess nennt sich Refurbishment und steht für die Langzeitnutzung von Rohstoffen. Geräte, die nicht weiterverwendet werden können, nutzen wir als Ersatzteilspender. Es ist uns wichtig, so wenig Primärrohstoffe wie möglich einzusetzen, daher machen wir eher aus drei defekten Projektoren zwei neue refurbishte Beamer, statt neue Rohstoffe einzusetzen. Zudem verbraucht es viel weniger Energie ein altes Gerät zu reparieren als ein neues herzustellen. Mit dieser Herangehensweise können wir 85% der bei uns eingelieferten Beamer weiterverwenden. Die Geräte, die komplett ausgeschlachtet wurden und nicht mehr weiterverwendet werden können, gehen schließlich zu unseren Recyclingpartnern und werden dort sinnvoll restverwertet.

Elektronik wird nicht wertvoller, wenn sie ungenutzt oder defekt herumsteht! Helfen Sie Ressourcen zu schonen und senden sie Ihr Altgerät zu uns, damit es ein zweites Leben erhält.

Unterstützen auch Sie die Langzeitnutzung von Rohstoffen und kaufen Sie ein von unseren Technikern überarbeitetes Gerät!

 

* Die fünf Stufen der Wertschöpfungskette:

  1. Abbau und Extraktion,
  2. Grundstoffproduktion,
  3. Güterproduktion,
  4. Güternutzung,
  5. Abfallwirtschaft

 ** Umweltgutachten 2012, Verantwortung in einer begrenzten Welt,  Sachverständigenrat für Umweltfragen, Juni 2012, Wohlfahrt und Ressourcennutzung entkoppeln, S.95ff: http://www.umweltrat.de/SharedDocs/Downloads/DE/01_Umweltgutachten/2012_06_04_Umweltgutachten_HD.pdf

 

Fakten

  • Jährlich werden in Deutschland mehr als 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott erzeugt.
  • Davon landen jährlich 500.000 Videoprojektoren auf dem Schrottplatz.
  • Zwischen 93.000 und 216.000 Tonnen Elektro(nik)-­, Alt- und Gebrauchtgeräte werden jährlich in Richtung der Entwicklungsländer Südost­-Asiens und Afrikas exportiert.
  • Wir bei rebeam können 85% der angelieferten Ware wieder aufarbeiten und zur Weiterverwendung als ganzes Gerät für einen zweiten Lebenszyklus oder als Ersatzteilspender frei geben; so können wir auch Unternehmen bei der Einhaltung der WEEE-Richtlinie unterstützen.
  • Die restlichen Geräte (ca. 15%) gehen an unsere zertifizierten Partner und werden dort entsprechend auseinandergenommen und verwertet.

Rohstoffe in Videoprojektoren

  • Blei im Lot der Leiterplatten
  • Selen in Leiterplatten als Gleichrichter
  • Polybrom-haltige Flammenhemmer in Kunststoffgehäuse und –kabeln, in Leiterplatten sowie im Lichtkanal des Projektors
  • Antimontrioxid als Flammenhemmer im Gehäuse
  • Cadmium in Leiterplatten und Halbleitern
  • Quecksilber in Lampen, Schaltern und Gehäusen
  • Kupfer im Netzteil und der Platine
  • Gold an der Platine und in Chips, Mikroprozessoren und DLPs
  • Silber in Kondensatoren und Leiterplatten
  • Seltene Erden in LCDs
  • Palladium im Leiterplattenchip
  • Glas in optischen Elementen

 

Vorteile des Recyclings

  • Verringerung des Einsatzes primärer Rohstoffe und Schonung natürlicher Ressourcen
  • Verringerung des Energiebedarfs im Vergleich zur Primärproduktion, da für das Recycling der Rohstoffe weniger Energie aufgewendet werden muss als für den Abbau und Transport des Ausgangsmaterials
  • Entsprechend geringer sind auch die beim Recycling emittierten Treibhausgase im Vergleich zur Primärproduktion
  • Weniger toxische Folgen für Mensch und Umwelt
  • Reduzierung der Belastungen für die biologische Vielfalt
  • Verringerung der zu deponierenden Reststoffmengen und Giftmüll
  • Rohstoffeffizienz reduziert den Bedarf an endlichen und teurer werdenden Rohstoffen